8. September 2025
Appell an Bürgermeister und Gemeinderäte Leserbrief zur Kommunalwahl am 14. September

Von vielen Plakaten blicken derzeit die Bewerber für ein Bürgermeisteramt, für einen Sitz in Stadt- und Gemeinderäten sowie im Kreistag freundlich herab. Mit Blick auf die Kommunalwahl am 14. September stellt der GA ausführlich die Bürgermeisterkandidaten vor. Es wird dabei vieles zugesagt und versprochen. Wie aber lassen sich die Beziehungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, der Kommunalpolitik sowie der Verwaltung wirklich verbessern, damit die Demokratie zukünftig überzeugen kann? Eigentlich durch ganz einfache Dinge.

Seid ehrlich zu uns, wir können die Wahrheit ertragen. Vermeidet vollmundige Sprüche, die gut klingen, aber unrealistisch sind. Nehmt uns bei schwierigen Entscheidungen früher und besser mit, konzentriert Euch im Rathaus und im Rat auf die zentralen Aufgaben. Denn Personal und Geld werden mehr als knapp bleiben. Anfragen und Briefe aus der Bürgerschaft an die Verwaltung sollten in überschaubarer Zeit beantwortet werden, wenn man uns wirklich ernst nimmt. Mehr Selbstverantwortung der Mitarbeiter sollte die Bearbeitung von Vorgängen beschleunigen und dem Bürokratieabbau gut tun. Ein deutliches Ja auch zur Bürgerbeteiligung; wir wollen danach aber auch spüren, dass es zügig weitergeht, dass etwas passiert. Bitte vermeidet es, uns einzureden, dass nur mit immer neuen und teuren Gutachten die Probleme oder unterschiedlichen Meinungen zu lösen sind.

Auch wenn wir Bürgerinnen und Bürger vieles kritisieren, stehen wir klar – und wenn nötig demonstrativ – zu unserer Demokratie mit ihren menschlichen Freiheiten und Pflichten, mit ihren Strukturen und Regeln. Wenn unsere Meinung bestätigt wird, hören wir das meist gerne. Gerade deshalb sollten wir uns aber auch bewusster und ernsthafter mit den tatsächlichen Fakten beschäftigen. Heraushalten ist ganz schlecht. Wir würden damit den Gegnern unserer Demokratie das Feld überlassen. Ein wirklich ernstes Thema und politisch weltweit inzwischen ein sehr trauriges Kapitel ist der Umgang mit dem Klimawandel.

Die Kommunen in unserer Region waren beim Klimaschutz bisher nicht wirklich Vorreiter. Ob sie es zukünftig besser machen? Wir setzen darauf. Denn die Fakten sind eindeutig, auch wenn manche sie immer noch nicht wahrhaben wollen: mehr Dürre und Brände, mehr Hitzetage, Unwetter und Starkregen. Wo sollen wir und unsere Kinder denn hin, wenn dadurch das Leben auf unserer Erde immer schwieriger wird?

Die Kommunalwahl 2025 ist eine gute Gelegenheit für einen Neubeginn kooperativer Beziehungen zwischen Bürgermeister, Rat, Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern.

Hermann Schlagheck,
Mitglied im Klimapaten-Netzwerk
Swisttal

Quelle: Der Leserbrief ist mit diesem Text am 3. September 2025 im Bonner Generalanzeiger erschienen. Zur besseren Lesbarkeit ist er hier vergrößert dargestellt.