6. September 2024
Erfolgreiches Klimapatennetzwerktreffen in Swisttal-Morenhoven: Nachhaltigkeit im Alltag -ein Tropfen, der Wellen schlägt

Swisttal: Unter dem Motto „Nachhaltig Leben im Alltag“ fand am 1. September dieses Jahres das KlimaPatenNetzwerk-Treffen in Swisttal-Morenhoven statt. Zahlreiche Teilnehmer versammelten sich trotz hoher Außentemperaturen, um sich über praktische Möglichkeiten und Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit im Alltag zu informieren.

In dieser Hinsicht gibt die Gastgeberfamilie Astrid und Klaus Jesser ein beeindruckendes Beispiel ab. Sie bewohnen seit über zehn Jahren ein Passivhaus, in der Garage steht ein Lastenrad neben einem E-Auto, in der Küche steht ein wasserführender Ofen, der im Winter auch zum Backen und Kochen genutzt wird. Auf dem Dach befinden sich zahlreiche PV-Module zur Stromproduktion inklusive Eigennutzung. Ein Blick auf die Klimakarte unter www.klimapatennetzwerk.de/klimakarte/ zeigt nähere Angaben zu Leistung und mehr.

Klaus Jesser berichtet, dass sie die große Kostbarkeit von Trinkwasser, während eines beruflichen Auslandsaufenthalts in Westafrika (Benin), erlebt und geprägt hat. Der kostbaren Ressource Wasser haben sie nach ihrer Rückkehr und speziell beim eigenen Hausbau in Morenhoven mit einem konsequenten Regen- und Brauchwassermanagement entsprochen.  

Klaus Jesser berichtet eindrucksvoll, wie gelebte Nachhaltigkeit funktioniert und welche Freude das Paar daran hat. Weniger (z.B. Strom- und Wasserverbrauch) ist viel mehr für sie an Lebensqualität und Zufriedenheit.
Die Teilnehmer wurden bestens mit kühlen Getränken und fleischlosen Köstlichkeiten versorgt. In der großen Küche war es, trotz mehr als 30 °Celsius Außentemperatur angenehm kühl, da sich alle an die Lüftungsregeln gehalten haben „Bitte Türe schließen“.

Besonderes Interesse fanden im Anschluss auch die Kurzvorträge von Klimapaten einmal zu Photovoltaik und Balkonkraftwerken, sowie die umfassende Betrachtung der aktuellen Lage bei Wärmepumpen. Dabei wurden nicht nur technische Details beleuchtet, sondern auch die wirtschaftliche und politische Situation thematisiert. Das sogenannte Heizungsgesetz-Desaster und seine Auswirkungen auf die Wärmepumpen-Industrie sowie die aktuellen und zukünftigen Preis- und Förderentwicklungen führten zu lebhaften Diskussionen unter den Teilnehmern.

Nach der Mittagspause informierte Herr Robert Hucho über den aktuellen Stand der neuen Bürgerenergiegenossenschaft Rhein-Voreifel e.G. Der letzte amtliche Bescheid wird in Kürze erwartet, so dass der offizielle Startschuss für die Genossenschaft nun erfolgen kann.

Prof. Hermann Schlagheck, der Koordinator des Klimapatennetzwerks, zog ein positives Fazit der Veranstaltung: „Auf den unerbittlichen Klimawandel bezogen ist sie nur ein Tropfen auf den heißen Stein und dann zeigen die intensiven Diskussionen, persönlichen Gespräche und die neuen Anmeldungen zu unserem Netzwerk, dass doch etwas bewegt werden kann“.

Gut beschattet im Garten der Klimapaten Astrid und Klaus Jesser aus Swisttal-Morenhoven fand das diesjährige Treffen des KlimaPatenNetzwerks statt. Fotos: Andrea Madea
„KlimaPaten - Ich mache mit“. Der Anstecker kenn-zeichnet prägnant das Ziel des KlimaPatenNetzwerks

Die Teilnehmer waren sich einig, dass diese Art des Klimapaten-Familientreffens auch nächstes Jahr stattfinden sollte. Denn was ist wertvoller, als den Austausch der Erfahrungen und die Vernetzung von Menschen zu fördern, die sich für eine nachhaltige Zukunft und mehr Klimaschutz einsetzen.